Skyline von Frankfurt am Main mit Bankentürmen: Wie gut ist das kostenlose Postbank-Konto?

Kostenloses Postbank-Konto – wie schlägt es sich gegen C24, DKB und ING?

Seit Februar gibt es bei der Postbank wieder ein kostenloses Girokonto, wenn auch nur unter bestimmten Bedingungen. Hier findest Du alles Wichtige zu dem neuen Online-Konto der Deutsche-Bank-Tochter. Zudem verrate ich Dir, ob die Postbank damit im Wettbewerb mit C24, ING und DKB bestehen kann.

Das Wichtigste zum Postbank Giro pur:

  • Kostenlose Kontoführung
    • für Schüler, Studierende, Auszubildende und Wehrdienst- bzw. Bundesfreiwilligendienst-Leistende oder
    • ab 900 Euro Geldeingang im Monat, sonst 5,90 Euro monatlich
  • Kostenlose Girocard
  • Gebührenfrei Bargeld abheben an ca. 7.000 Geldautomaten der Cash Group und 1.300 Shell-Tankstellen
  • Kostenlose Bargeld-Einzahlung am SB-Terminal
  • Bargeld abheben mit Girocard im Ausland: 1 % des Abhebebetrags, mindestens aber 5,99 Euro
  • Mastercard-Kreditkarte: 29 Euro pro Jahr
  • Dispozins 11,54 % p. a. für eingeräumte Kontoüberziehung, bei ausreichender Bonität, 13,35 % p. a. für geduldete Überziehung

Wie Ende des vergangenen Jahres angekündigt, hat die Postbank seit Februar wieder ein Girokonto-Modell im Angebot, das Du unter gewissen Voraussetzungen ohne Kontoführungsgebühren führen kannst. Auf Filialleistungen musst Du beim Postbank Giro pur* allerdings fast komplett verzichten. Selbst die Beantragung ist nur online möglich. Die Postbank will damit Menschen überzeugen, die ihre Bankgeschäfte ausschließlich in der App oder im Online-Banking erledigen.

Konditionen im Check: Wie gut ist das kostenlose Postbank-Konto im Vergleich zu C24, DKB und Co?

Was für die Postbank selbst eine bedeutende Erweiterung des Produkt-Portfolios ist, zählt gerade für Neo- und Direktbanken seit Jahren zum Standard. Auch bei ING, DKB oder Comdirect kannst Du das Girokonto kostenlos führen, wenn Du einen monatlichen Mindestgeldeingang erfüllst. Das C24 Smart und das Santander BestGiro sind sogar ganz ohne Bedingungen umsonst. Mit einem geforderten Geldeingang von 900 Euro positioniert sich die Postbank etwas über den 700 Euro von DKB und Comdirect. Die ING liegt mit 1.000 Euro Mindestgeldeingang darüber. Letztlich fällt die tatsächliche Höhe des notwendigen Geldeingangs vor allem dann ins Gewicht, wenn Du mit Gehalt, Rente oder anderen Geldquellen wie Mieteinnahmen nur knapp über der jeweiligen Grenze liegst.

Welche Karten sind inklusive?

Beim Kartenangebot zeigt sich das Postbank Giro pur im Vergleich zur Konkurrenz recht knauserig. Lediglich die Postbank-Card – also die häufig noch als EC-Karte bezeichnete Girocard – ist ohne Aufpreis enthalten. Eine zusätzliche Debitkarte von Mastercard kostet 18 Euro pro Jahr, die Kreditkarte schlägt mit 29 Euro pro Jahr zu Buche. Bei ING, Comdirect, Santander und DKB verhält es sich mit den Kartengebühren genau umgekehrt. Dort sind die deutlich vielseitiger einsetzbaren Debitkarten von Visa kostenlos dabei. Mit diesen kannst Du auch online und in der Euro-Zone kostenlos bezahlen und Bargeld abheben – bei der Comdirect und bei der DKB im Aktivstatus sogar weltweit. Die Girocard gibt es bei diesen Konten nur gegen eine Gebühr zwischen 0,99 und 1,49 Euro monatlich dazu. Innerhalb Deutschlands ist die Girocard sicherlich die Karte mit der größeren Akzeptanz. Hier solltest Du mit der kostenlosen Postbank-Card also gut zurechtkommen. Online und im Ausland kommst Du mit ihr allerdings nicht weit. Das beste Kartenangebot bekommst Du beim kostenlosen C24 Smartkonto*. Dort sind sowohl die Girocard als auch die weltweit gebührenfrei einsetzbare Debitkarte von Mastercard inklusive.

Wo kannst Du Bargeld abheben?

Auch bei der Bargeld-Verfügbarkeit reiht sich das neue Postbank-Konto hinter den direkten Mitbewerbern ein. Mit der kostenlosen Girocard kannst Du in Deutschland nur an den rund 7.000 Geldautomaten des Verbunds Cash Group ohne Gebühren Bargeld abheben. Dazu kommen noch rund 1.300 Tankstellen von Shell, wo Du ebenfalls kostenlos an Bargeld kommst.

In anderen Ländern kannst Du mit der Postbank-Card kein Bargeld abheben.

Ähnlich eingeschränkt ist die Bargeld-Versorgung auch bei Santander BestGiro, wo nur die 2.800 Geldautomaten von Cash Pool kostenlos zur Verfügung stehen. Bei ING, DKB, Comdirect und C24 kannst Du hingegen fast alle Geldautomaten deutschlandweit gebührenfrei nutzen, sofern diese das Visa- oder Mastercard-Logo tragen. Dies ist bei bundesweit über 57.000 Geldautomaten der Fall.

Bem Comdirect Girokonto Aktiv sind monatlich drei Abhebungen mit der Visa Debitkarte inklusive, beim C24 Smart sind vier kostenfreie Bargeldverfügungen pro Monat möglich. Bei DKB und ING ist die einzige Einschränkung ein Mindestabhebebetrag von 50 Euro.

Fazit: Nur für Postbank-Fans eine echte Alternative

In der jüngeren Vergangenheit hat die Postbank mit massiven Problemen im Online-Banking und langen Wartezeiten bei Service-Anfragen von sich reden gemacht. Dies und die vergleichsweise hohen Gebühren hatten viele treue Kunden dazu bewogen, ihr Postbank-Konto zu kündigen. Ob sie das neue Postbank Giro pur zur Rückkehr bewegt, darf man angesichts der attraktiven Angebote der Konkurrenz bezweifeln. Wer aber von einem der kostenpflichtigen Kontomodelle wie Postbank Giro plus oder Giro extra plus auf ein kostenloses Girokonto umsteigen will, ohne die Bank zu wechseln, könnte mit dem reinen Online-Konto der Postbank richtig liegen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Du ohne eine zusätzliche, bei der Postbank gebührenpflichtige Debit- oder Kreditkarte von Mastercard nur innerhalb Deutschlands wirklich sorgenfrei bargeldlos unterwegs sein kannst. Für eine Empfehlung gegenüber den oben genannten Girokonten von C24 und Co. reicht es deshalb nicht. Zumal Du viele sehr gute Girokonten mit einer tollen Prämie eröffnen kannst.

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